Bacardi
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I'm terribly secretive - call me Atlas.

 A Fine Frenzy - Come On, Come Out

Geheimnisse. Wir alle haben sie. Wir alle lügen für sie. Wir tragen sie mit uns herum, bewahren sie auf wie einen Schatz - so kostbar, so geheimnissvoll. Manche sind klein und es eigentlich kaum wert, sie zu enthüllen. Andere sind groß, mächtig und können ganze Leben ändern.

Das sind dann Geheimnisse, die wir mit aller Macht nicht zu einer Wahrheit machen wollen. Sie können uns verletzen, sie können andere verletzen. Wir sind dann ein wenig wie Atlas, der die Erdkugel auf dem Rücken herum tragen muss. Unser Geheimnis ist dann unser eigener Globus, den wir so mit uns herum schleppen. Wenn wir ihn fallen lassen, könnte sich alles verändern - innerhalb eines kurzen Momentes.

Damit die Last nicht allzu schwer ist, haben wir Verbündete. Verbündete, die mittragen. Verbündete, denen wir unsere Geheimnisse anvertrauen, damit uns ein Stück Last wieder genommen werden kann. Manchmal sind es Freunde, die uns dann mit Rat und Tat zur Seite stehen. Manchmal sind es aber auch Bekannte, weil solche nicht so schnell über einen urteilen können oder wollen.

Am Schwierigsten aber bleibt es, die betreffenden Menschen das Geheimnis zu erzählen. Wir haben Angst, wir zittern - sprechen wir das Geheimnis erst einmal aus, können wir nicht mehr zurück. Gefangen in der Reaktion des Anderen.

Ohne Geheimnisse zu leben, bleibt aber unmöglich. Sie sind ein Teil von uns - wie das Herz oder unser Lachen. Geheimnisse machen uns zu Etwas, machen uns interessanter. Geheimnisse machen uns zu dem, was man Mensch nennt.

28.8.08 15:34


I am young, but I have aged...

Immer und immer und immer wieder wird uns gesagt, dass das Leben doch kurz sei und wir das Beste daraus machen sollten. Mit 12 oder 16 Jahren fanden wir solche Aussagen noch recht suspekt, doch dann werden wir irgendwann 21...und die Panik kommt.

Butterfly Boucher - Life is short
 Faltenbildung, Altersflecken, schlaffe Körperteile...dass sind hoffentlich Sachen, die mich erst in mehreren Jahren ereilen (oder bestenfalls nie, wenn ich hier schon hoffe).
Aber auch mit 21 verändert sich so einiges. Man denkt nach. Was wird aus meinem Leben? Erreiche ich meine Träume oder ist mein Leben eine wahrgewordene platzende Seifenblase?
Mit der Zeit entwickeln wir alle recht feine und kleine Weltbilder und Zukunftsdarstellungen. Die Meisten von uns wollen etwas erreichen - ob Karriere oder Privatleben. Der Eine will die Welt sehen, die andere will eine fünfköpfige Familie. Alle Vorstellungen bleiben individuell und heben sich von den anderen ab. So manch Einer hat auch etwas zu hoch gesetzte Ziele und muss dann mit 21 Jahren befürchten, dass die nicht mehr erreicht werden können.
So ist es nun einmal - der Preis des Lebens. Wir können eine Weile leben, uns dann ausmalen, was wir daraus machen und dann sterben wir eines Tages. Aber genau dieser Preis gibt dem Leben die Würze. Wir haben nicht viel Zeit. Nur wir allein können den Hintern aufraffen und was einigermaßen Interessantes aus unserem Leben machen. Nur wir können lieben, hassen, lachen, Späße machen, schreien, weinen. Und wir sollten das nicht immer nach hinten schieben, weil eines Tages ist es auch dafür ... zu spät.
18.8.08 11:20


The broken Mirror in the collapsing House...

Erst einmal stelle ich euch die großartigste, genialste, liebevollste, umwerfendste derzeitige Serie vor. Sie stammt aus dem wundervollen Land der Pitbulls, der Teatime und der Queen...aus Good Old England.

Da die Promo der derzeitigen zweiten Staffel perfekt in den heutigen Text passt, gibt es das Video nun hier zu sehen.

Skins - Season 2 Promo
Music by Radiohead - Nude


Willkommen im Haus des Lebens.
Von Zeit zu Zeit ist es wie renoviert. Neu und voller Entdeckungen.
Manchmal klassisch. Man kennt alles und ist zufrieden mit dem Zustand.
Manchmal aber ist so ein Haus auch wie zerstört, dem Einsturz nahe.

Diesen Zeitpunkt nennen wir dann Tiefpunkt.

Wir schauen uns in diesem Haus um und was wir voller Angst und Entsetzen sehen, sind herunter klaffende Tapeten, bröckelnde Wände und Löcher in den Decken. Der Spiegel unser Hoffnungen und Träume bekommt Risse und wir erkennen, dass die Zukunft nie so sein wird, wie sie in der Vergangenheit aussehen sollte. Die Fenster offenbaren ein Licht, dass bedrohlich und mysteriös keine Antworten bieten will. Bilder an den Wänden verlieren ihre Darstellung, da das Vergangene nun so verlogen und falsch wirkt. Jede Tür bietet ein neues Geheimnis und öffnet man sie, so will man sie doch lieber stark verschlossen haben.

Ja. Dieses Haus wirkt bedrohlich. Doch wir bleiben in diesem Haus, da wir hoffen, dass wir eines Tages in ein tiefes Loch fallen und in einem neuen Leben erwachen.

3.3.08 21:46


Tief unter...

Der heutige Blog wird Allen gewidmet, da alle irgendwie anders sind... 

Radiohead - Nude 

 

Wird man älter, so vermehren sich die Tage, an denen man an damals denkt. Man denkt an das kleine Klind, das man war. Man denkt an den Menschen, der man eigentlich sein wollte. Man steht vor dem Spiegel und erkennt die Illusion eines Ichs. Man sieht, dass man komplett anders wurde - ein anderer Mensch, ein anderer Charakter.

Die Reflektion der Unschuld verschwimmt und die harte Wahrheit wird deutlicher, bis man schließlich vor sich selbst steht. Dem wahren Ich, ungekünstelt, echt.
Die Farbenfröhlichkeit kriegt gräuliche Akzente und aus einem bittersüßem Lächeln wird ein tiefernster Blick.

Wir verändern uns - unserwegen, anderswegen. Mit unserem Körper entwickelt sich unser Geist. Wir nehmen Charakterzüge - unbewusst wie bewusst - an, die wir teilweise selbst an anderen Menschen hassen, aber der Existenz wegen meinen zu benötigen.

Wenn man aber dies erkannt hat, liegt die Frage nicht mehr fern: Und wer bin ich nun?

Wer ist diese beliebte Frau, die jeden Tag mehrmals von fremden Männern angemacht wird? Unter ihrem blonden Schopf, unter ihrer tief ausgeschnittenen Markenkleidung, hinter ihrem gekünstelten Lächeln?

Wer ist dieser schüchterne Mann, der es nicht schafft, jemanden anzusprechen? Unter seinem stets gesenkten Haupt, hinter seiner dauernd rutschenden Brille und dem introvertiertem Erscheinungsbild?

Wer ist dieser Kerl, der nie Emotionen zeigt, weil er schließlich ein Mann ist? Unter den Muskeln, die verbergen sollen, dass er wohlmöglich schwach ist? Hinter der Kette von seiner Exfreundin unter seinem Hemd, dass nicht verraten soll, dass er sie noch immer liebt?

Wer sind wir alle...tief unter unser aller Haut?

10.2.08 20:12


The Storm is Coming, but I don't mind...

...Lauscht dem Lied und lest den Text...
Ingrid Michaelson - Keep Breathing

 

 

Wenn wir von Veränderungen sprechen, sprechen wir in der Regel selten von grünen Wiesen, Teddies und Hundewelpen. Wir sprechen dann über einschneidende Erlebnisse. Über Dinge, die uns und möglicherweise unsere Mitmenschen in einen heftigen Sturm treiben.

Ein Sturm, der vieles verändert, manches verbessert und einiges zerstört. Ein Sturm, der uns viel Kraft und Überwindung kostet.

Viel Kraft und Überwindung dafür, zu erkennen, dass das Leben nicht immer ein Lollilutschen ist und dass es eigentlich nie so kommt, wie wir es uns einst vorgestellt haben. Manchmal haben wir diese Kraft, in diesen undurchsichtigen Sturm zu treten. Mit nur einem Schritt nach vorne, direkt in das Ungewisse.

Aber nicht immer bleibt ein Sturm dermaßen unsichtbar. Unsere Fantasie spielt Spielchen mit uns und versucht die Ausmaße des Sturmes aufzuzeigen. Stets denken wir dabei in Gegensätzen: entweder utopisch, dass wir nicht anders können als nach vorne zu treten (und früher oder später auf die Nase zu knallen) oder dermaßen negativ, dass wir wie angewurzelt stehen bleiben (müssen).

Aber manchmal kommt auch dieser Sturm, greift dich von hinten an und du bist ihm hilflos ausgeliefert. Allerdings kann so ein Ruck auch ganz gut und vor allem praktisch sein, da man sich nicht entscheiden muss.

Aber nicht immer hat man dieses Glück.
Und so fragt man sich zwangsweise: nach vorne treten, stehen bleiben oder warten, bis der Sturm einen mit reißt?!

16.12.07 21:03


Die Geschichte vom Wok...

'Jeder Topf hat einen Deckel. Ich glaub, ich bin ein Wok...'
(
Gruppe im StudiVZ)

Hier das Lied 'Breathe' von Anna Nalick.
Besonders geil in der Minute: 2.57!!!
Gewidmet einem Freund, der seinen Deckel finden wird.

Bereits als Kindern wurde uns in Märchen erzählt, dass wir irgendwann sie und ihn treffen: DEN Traumprinzen, DIE Traumprinzessin.
Von Kindesbeinen an sind wir mit unser Familien-Spiel-Methodik (Franziska Berg war immer die Mutter und ich der Vater) davon ausgegangen, dass wir irgendwann Mrs. oder Mr. Right treffen: Den Jing zum Jang, die Susi zum Strolch, den Topf zum Deckel...

Aber da stellt man sich nach jahrelangen Enttäuschungen doch mal die Frage: Topf zum Deckel? Bin ich etwa ein Wok?

Samantha Jones-like ziehen wir durch das Leben und treffen den einen oder anderen interessanten Menschen. Eventuell verlieben wir uns auch und müssen zu spät erkennen, dass dieser Mensch von anderen nicht Arsch genannt wird, weil sie/er in Jeans solch einen Prachthintern hat.

Zu spät erkennen wir, dass, Disney und den Gebrüdern Grimm sei Dank, uns eine vollkommen verdrehte Welt unterrichtet wurde. Eine Welt wie aus einem Audrey Landers-Lied über Liebe, Romantik und noch mehr Liebe.

Just in diesem Augenblick wundern wir uns: 'Gibt es denn keine Töpfe mit ordentlichen Deckeln?' Naja. Erste Option: Aufgeben und Nonne/Mönch werden. (Ich persönlich mag kein Weihrauch-Geruch, also fällt das für mich weg.) Zweite Option: Sich wieder einmal in diesen Aktions-Grabbeltisch voll von Deckeln tümmeln und verdammt noch einmal weiter suchen.

Eine kurze Pause auf der Couch mit ner Riesenportion Eis, einem verflucht schnulzigen Liebesfilm mit Hugh Grant (gibt es auch andere Filme mit diesem Mann?!) und der Vorzugspackung Taschentücher sei gegönnt, aber dann geht es weiter...

Oder andernfalls: VIEL SPAß ALS NONNE/MÖNCH!!!

18.11.07 21:17


Kreuzungen und Abbiegungen

Bekannte, Kumpel, Freunde, Liebschaften, die große Liebe... wir alle kennen sie oder sehnen uns danach, sie zu kennen. So gut wie jeden Tag lernen wir Menschen kennen, die wir eventuell einmal ins Herz schließen werden.
Immer wieder treffen wir auf die unterschiedlichsten Menschen auf unserem Weg, der Weg genannt Leben. 
Die Menschen, die sich - ob schnell oder langsam, ob sofort oder mit einigen Hürden - in unsere Gedanken einbrennen. Manchmal sind wir nahezu überwältigt, wie überaus rasant das funktionieren kann.

Menschen, die man kaum kennt, lernt man...zu mögen, vielleicht sogar zu lieben.

Aber manchmal passiert auch das Gegenteil. Man verliert die Menschen, die einem einst sehr viel bedeutet haben. Der Weg namens Leben kreuzt sich nicht immer, manchmal muss man auch abbiegen und andere hinter sich lassen.
Manchmal hat man krampfhaft versucht, noch ein Stück den Weg weiter zusammen zu gehen. Aber das Leben besteht bestenfalls aus Veränderung. Wir verändern uns - lernen Menschen kennen, verlassen andere Menschen...geliebte Menschen. Wir verändern uns und der andere, einst Freund, nun Fremder, erkennt einen nicht mehr.

Vielleicht heißt LEBEN auch Lebewohl. Eventuell muss es so sein, dass Abschiede, wie klein oder groß sie sein mögen, zu uns gehören und uns prägen. Dass sie das sind, was die Veränderung in uns verursacht. Dass wir auch erst durch den Abschied wirklich wir sein können.

Und es kann sogar sein, dass die Veränderung eines Tages wieder zu diesen Menschen führt. Der Mensch, der einst Freund war, dann Fremder und nun...?!? Es bleibt zu hoffen, dass man sich auf irgendeiner Kreuzung widertrifft...

Diesen Eintrag widme ich zwei Menschen. Beide wissen, dass von ihnen die Rede ist:
Ein Mensch ist abgebogen, den anderen traf ich auf ner Kreuzung...
 

8.11.07 12:50


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